Pädagogischer AnsatzPädagogischer Ansatz

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Pädagogischer Ansatz

Wir arbeiten nach dem Early Excellence Ansatz

Der Begriff „Early Excellence“ ist im deutschen Bildungswesen fest verankert. Wir verstehen uns als eine Gemeinschaft forschend Lernender.

Der Early Excellence Ansatz ist geprägt von folgenden Leitlinien:

  • Positiver Blick
    Jedes Kind wird mit Wertschätzung behandelt und so respektiert, wie es ist. Der Blick richtet sich auf die Stärken und Talente, die jedes Individuum in sich trägt und die weiterentwickelt und gefördert werden können.
  • Beobachtung und Dokumentation
    Beobachtung bedeutet Beachtung. Alle Kinder haben das Recht darauf, in den Blick genommen zu werden.
  • Individuelle Förderung
    Nur wer das einzelne Kind genau kennt, über seine Interessen, Fähigkeiten und Kompetenzen Bescheid weiß, kann es fördern, unterstützen und begleiten
  • Erziehungspartnerschaft
    Eltern sind die ersten und wichtigsten Erzieher ihrer Kinder. Sie in ihrer Erziehungskompetenz zu stärken und sie einzubeziehen in die Bildungsprozesse ihrer Kinder ist die Grundlage jeder erfolgreichen pädagogischen Arbe

Bausteine im Early Excellence Ansatz

Bei unserer Arbeit nach dem Early Excellence Ansatz setzen wir uns mit zwei grundlegenden pädagogischen Inhalten auseinander:

  • dem Bildungsverständnis – den Erkenntnissen, wie Kinder lernen
  • den pädagogischen Strategien – der Entwicklung von Haltungen der pädagogischen Fachkräfte Kindern und ihren Familien gegenüber, die das Lernen von Kindern erleichtern

Das Bildungsverständnis im EEC-Ansatz

Für jeden aufmerksamen Betrachter wird ersichtlich, wie Kinder von Geburt an neugierig auf die Welt zugehen, sie versuchen zu verstehen und mit Bedeutung versehen

Mit all ihren Sinnen machen sich Kinder ein Bild

  • von sich selbst
  • von den anderen
  • vom Geschehen in der Welt

Jeder Lernimpuls, dem das Kind nachgeht, führt zu neurobiologischen Verknüpfungen des Gehirns, die als Leitbahnen lebenslang zur Verfügung stehen, das heißt:

  • Jeder Mensch ist ein geborener Lerner und von sich aus bestrebt, die Welt zu verstehen.
  • Jedes Kind, das gute Entwicklungsbedingungen hat, ist neugierig (gierig auf Neues) und wissbegierig (gierig auf Wissen und Verstehen), lernt rasch und folgt mit Ausdauer seinen Interessen und Themen in seinem eigenen Rhythmus.
  • Bildungsprozesse vollziehen sich in der Auseinandersetzung mit der dinglichen Umwelt und in sozialen und kommunikativen Prozessen zwischen Kindern und Erwachsenen.
  • Niemand kann aber dem lernenden Menschen die geistige und gefühlsmäßige Verarbeitung seiner Begegnungen mit der Welt und sich selbst abnehmen. Es besteht keine Möglichkeit einer direkten Übertragung von Erfahrung, Wissen oder Kompetenzen von Erwachsenen auf Kinder.
  • Wir Erzieherinnen haben die verantwortungsvolle Aufgabe die Kinder in dieser Zeit pädagogisch zu begleiten.
  • Hier werden Erfahrungen gemacht und Fertigkeiten erworben, die die Basis bilden für die Schulzeit und das gesamte spätere Leben.

Erwachsene verstehen die Bildungsbemühungen der Kinder nicht immer. Das aber, was ein Kind tut, macht für das Kind immer „Sinn“.

Pädagogische Strategien im EEC-Ansatz

Die acht pädagogischen Strategien sind die Basis unserer pädagogischen Arbeit.

Die pädagogischen Strategien zeigen die Vielseitigkeit der Erwachsenen-interventionen. Sie tragen dazu bei, dass ein Kind sich in unserer Tageseinrichtung wohlfühlt, lernt und sich entwickelt sowie ein Gefühl der Zugehörigkeit aufbauen kann.
Sie sind das Handwerkzeug unseres pädagogischen Fachpersonals. Unsere kontinuierliche Auseinandersetzung mit den pädagogischen Strategien unterstützt und sichert einen respektvollen, ganzheitlichen Umgang mit den Kindern und bestimmt den pädagogischen Stil unserer Einrichtung.

Die acht Strategien:

  1. Sanfte Intervention: Warten und Beobachten in respektvoller Distanz
  2. Kontextsensitivität: Den kindlichen Kontext kennen und fähig sein, seine früheren Erlebnisse mit einzubeziehen, damit Lernprozesse an Erfahrungen anknüpfen können
  3. Zuwendung durch physische Nähe und Mimik und damit Bestätigung des Kindes
  4. Das Kind ermutigen, zu wählen und selbst zu entscheiden
  5. Das Kind dabei unterstützen, angemessene Risiken einzugehen
  6. Das Kind ermutigen, etwas zu tun, was uns Erwachsenen im Ablauf selbst unklar ist. Das Kind bei diesem Experiment begleiten
  7. Wissen, dass unsere Haltung und Einstellung das Kind beeinflussen
  8. Zeigen, dass wir und das Kind im Lernen Partner sind

Genaues Beobachten ist wichtig

Jede Woche werden 2-3 Kinder von allen Erzieherinnen der Einrichtung in den unterschiedlichen Bildungsateliers beobachtet.
Im Team werden die Beobachtungen besprochen. Dabei wird auf folgende Dinge geachtet:

1. Wo und wann fühlt das Kind sich wohl?

Merkmale Wohlfühlen:

  • Ist das Kind offen in seinen Kontakten zu Anderen?
  • Zeigt es Vertrauen?
  • Strahlt es Lebensfreude aus?
    (Mimik, Haltung)
  • Kann es entspannen/genießen?
  • Ist es offen für Neues?
  • Zeigt es Neugierde?
  • Hat es Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten?

2. Wo und wann engagiert sich das Kind besonders?

Merkmale Engagiertheit:

  • Motivation, Interesse an Dingen
  • Setzt Energie ein
  • Geht in der Tätigkeit auf
  • Geht bis an seine Grenzen
  • Vergisst die Zeit
  • Ist versunken in seine Tätigkeit
  • Zeigt Spaß und probiert Neues aus
  • Ist selbst der Motor seiner Beschäftigung
  • Fühlt sich befriedigt durch sein Tun
  • Ist stolz auf sein Tun

3. Welche Schemata wurden ausgeführt?

Schemata werden als Verhaltensmuster bezeichnet, die Kinder über eine gewisse Zeit hinweg ausführen. Verhaltensmuster nutzen Kinder, um mehr oder weniger systematische Erfahrungen zu sammeln, zu verarbeiten und zu koordinieren.

Beispiele für Schemata:

  • Gerade Linien (Autos hin und herschieben, Linien malen, Wege anlegen, von einem Klettergerüst oder Möbelstück herabspringen…)
  • Einwickeln (Dinge oder sich selbst zudecken oder einwickeln)
  • Verbinden (Waggons zusammenkoppeln, Dinge mit Wolle verbinden…)
  • Transportieren (Kinder mit diesem Verhaltensmuster tragen alles herum)
  • Rotation (einem Ventilator zuschauen, Kreise malen, mit einem Kreisel spielen…)

4. Welche Bildungsbereiche wurden angesprochen?

  • Bewegung
    Durch Bewegung erforschen und begreifen die Kinder die Welt. Sie suchen eigenständig nach Bewegungsmöglichkeiten und fein- und grobmotorischen Herausforderungen, welche sie im gesamten Alltag finden.
  • Körper, Gesundheit und Ernährung
    Ausgehend von ihrem eigenen Körper und den eigenen Empfindungen und Wahrnehmungen entwickeln die Kinder ein Bild von sich selbst.
    Während der täglichen Pflege, dem spenden von Trost und Zuneigung sammeln die Kinder Erfahrungen und haben daraufhin die Möglichkeit ein eigenes Gesundheitskonzept zu entwickeln.
    Bei der Zubereitung und im Umgang mit Lebensmittel sammeln die Kinder vielfältige Sinneserfahrungen, wodurch sie ein nachhaltig gesundes Ernährungsverhalten entwickeln können.
  • Sprache und Kommunikation
    Sprachentwicklung ist ein kontinuierlicher und lebenslanger Prozess. Kinder entwickeln ihre sprachlichen Fähigkeiten am Modell des Sprachverhaltens ihrer Bezugspersonen, bilden aber auch eigene Hypothesen und Regeln über den Aufbau von Sprache.
  • Soziale, kulturelle und interkulturelle Bildung
    Selbstvertrauen ist die Grundvoraussetzung, um offen und tolerant gegenüber Anderen und Fremden zu sein. Neugierig stellen die Kinder Unterschiede fest und haben die Möglichkeit, sich damit auseinander-zusetzen.
    Die dadurch entstehenden Gegensätze erfordern eine konstruktive Auseinandersetzung, das Eingehen von Kompromissen und Finden von Lösungswegen.
  • Musisch – ästhetische Bildung
    Kinder entwickeln sich durch aktive und kreative Auseinandersetzung mit ihrer Umwelt. Sinnliche Wahrnehmungen helfen Kindern, innere Bilder zu entwickeln und sich die Welt anzueignen. Durch die Auseinandersetzung mit Kunst und Musik haben die Kinder die Möglichkeit ihre kreativen Denk- und Handlungsmuster weiterzuentwickeln.
  • Religion und Ethik
    Kinder erleben auf besonders intensive Weise existenzielle Erfahrungen wie Angst, Verlassenheit, Vertrauen und Geborgensein, Glück, Gelingen, Scheitern, Bindung, Mut und Hoffnung. Sie benötigen daher von Anfang an Zuneigung und Annahme. Die Ausbildung der eigenen Persönlichkeit liegt in der Eigenaktivität der Kinder und ist gleichzeitig vielfach eine Frage erlebten, unbedingten Vertrauens.
    Ansonsten spielen gerade in diesem Bildungsbereich die Grundsätze des Deutsche Roten Kreuzes eine große Rolle für uns.
  • Mathematische Bildung
    Im gemeinsamen aktiven Forschen, Entdecken und Experimentieren entwickeln die Kinder eigene Wege ihre Umwelt zu mathematisieren, mathematische Sachverhalte und Probleme mit Hilfe der Mathematik zu erforschen. Sie sammeln konkrete Erfahrungen und setzen sich mit den Grundideen (Zahlen, Formen, Gesetzmäßigkeiten, Muster usw.) der Mathematik auseinander.
  • Naturwissenschaftliche, technische Bildung
    Ausgehend von Begegnungen mit der Natur und Naturvorgängen entdecken Kinder Zusammenhänge, beginnen zu verstehen und einzuordnen. Durch vielfältige Angebote setzen sich die Kinder handelnd und experimentierend mit vielfältigen Materialien, Werkzeugen und technischen Vorgängen auseinander. Dabei erleben sie Wirkungszusammenhänge und nutzen sie zur Lösung von Problemstellungen und kreativen Tätigkeiten.
  • Ökologische Bildung
    Von uns Erwachsenen lernen die Kinder die Natur und Umwelt nicht nur zu schützen und zu pflegen, sondern auch verantwortungsvoll zu nutzen. Durch die Auseinandersetzung mit Natur und Umwelt erweitern die Kinder ihre Kenntnisse über die Welt, stellen Zusammenhänge her und können Übertragungen ableiten.
  • Medien
    Kinder sollen die Gelegenheit erhalten, sich zu medienkompetenten Persönlichkeiten zu entwickeln und diese altersentsprechend zu nutzen.

Die Sternstunde

  • Auf Grundlage der ausgewerteten Beobachtungen entwickelt die Bezugserzieherin ein individuelles Angebot (Sternstunde) für das Kind.
  • Nach der Auswertung führt die Bezugserzieherin die Sternstunde mit dem Kind durch.
  • Die Sternstunde wird dokumentiert
  • Im Anschluss gestaltet die Bezugserzieherin Erinnerungsseiten für den Entwicklungsordner.
  • Nach dem individuellen Angebot lädt die Bezugserzieherin die Eltern zum Gespräch ein.